Gottesdienst aktuell

Liebe Leserin, lieber Leser,

An diesem Sonntag heißt es: Sorgen Sie sich nicht! Das ist manchmal leichter gesagt als getan. Die Sorge um Nahrung und Kleidung, die Sorge um Gesundheit und Frieden, die Sorge um Familie und Freunde, sie gehören zum Alltag. Doch oft genug wird aus der Sorge ein unruhiges Grübeln und ein inneres Getrieben-Sein, dass hilflos machen kann. Jesus hatte viele Menschen um sich versammelt, als er auf einem Berg sitzend sagte:„Sorget euch nicht, um Nahrung und Kleidung, denn das Leben ist mehr. Seht die Vögel auf dem Felde, sie säen nicht und ernten nicht und sind versorgt, seht die Lilien auf dem Felde, sie spinnen nicht und weben nicht und sind wunderschön. Der 15. Sonntag nach Trinitatis erinnert an eine gesunde Sorglosigkeit, damit die Last der Sorgen nicht zu groß wird. Sie kann die Lebensfreude ersticken und krank machen. Darum erinnert der Wochenspruch: „Alle eure Sorge werft auf ihn, denn er sorgt für euch!“

EG 455 Morgenlicht leuchtet (Melodie Morning has broken)

1) Morgenlicht leuchtet, rein wie am Anfang. Frühlied der Amsel, Schöpferlob klingt. Dank für die Lieder, Dank für den Morgen, Dank für das Wort, dem beides entspringt.

2) Sanft fallen Tropfen, sonnendurchleuchtet. So lag auf erstem Gras erster Tau. Dank für die Spuren Gottes im Garten, grünende Frische, vollkommnes Blau.

3) Mein ist die Sonne, mein ist der Morgen, Glanz, der zu mir aus Eden aufbricht! Dank überschwenglich, Dank Gott am Morgen! Wiedererschaffen grüßt uns sein Licht!

Psalm 27 / Psalmübertragung

Alle eure Sorge werft auf Gott, denn er sorgt für euch.

Wenn nicht Vertrauen das Haus der Liebe baut, dann bemühen sich umsonst, die daran bauen.

Wenn nicht Vertrauen den Ort der Liebe schützt, dann ist die Umsicht und das Wissen umsonst.

Es ist auch umsonst, wenn ihr von morgens bis abends arbeitet und nie loskommt von euren Zukunftsgedanken und esset euer Brot mit Sorgen.

Denen, die mit dem Vertrauen befreundet sind,

fällt alles zu. Alle eure Sorge werft auf Gott, denn er sorgt für euch.


Predigttext 1. Mose 2, 4-9.15-23

Es war zu der Zeit, da Gott der HERR Erde und Himmel machte. 5Und alle die Sträucher auf dem Felde waren noch nicht auf Erden, und all das Kraut auf dem Felde war noch nicht gewachsen. Denn Gott der HERR hatte noch nicht regnen lassen auf Erden, und kein Mensch war da, der das Land bebaute; 6aber ein Strom stieg aus der Erde empor und tränkte das ganze Land. 7Da machte Gott der HERR den Menschen aus Staub von der Erde und blies ihm den Odem des Lebens in seine Nase. Und so ward der Mensch ein lebendiges Wesen.

8Und Gott der HERR pflanzte einen Garten in Eden gegen Osten hin und setzte den Menschen hinein, den er gemacht hatte. 9 Und Gott der HERR ließ aufwachsen aus der Erde allerlei Bäume, verlockend anzusehen und gut zu essen, und den Baum des Lebens mitten im Garten und den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen. 15Und Gott der HERR nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte. 16Und Gott der HERR gebot dem Menschen und sprach: Du darfst essen von allen Bäumen im Garten, 17aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen sollst du nicht essen; denn an dem Tage, da du von ihm isst, musst du des Todes sterben. 18Und Gott der HERR sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm entspricht. 19Und Gott der HERR machte aus Erde alle die Tiere auf dem Felde und alle die Vögel unter dem Himmel und brachte sie zu dem Menschen, dass er sähe, wie er sie nennte; denn wie der Mensch jedes Tier nennen würde, so sollte es heißen. Und der Mensch gab einem jeden Vieh und Vogel unter dem Himmel und Tier auf dem Felde seinen Namen; aber für den Menschen wurde keine Hilfe gefunden, die ihm entsprach. 21Da ließ Gott der HERR einen tiefen Schlaf fallen auf den Menschen, und er schlief ein. Und er nahm eine seiner Rippen und schloss die Stelle mit Fleisch. 22Und Gott der HERR baute eine Frau aus der Rippe, die er von dem Menschen nahm, und brachte sie zu ihm. 23Da sprach der Mensch: Die ist nun Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch; man wird sie Männin nennen, weil sie vom Manne genommen ist.

Predigttgedanken

An der Autobahn A 19 in Richtung Rostock wird in Höhe der Abfahrt nach Güstrow oder Teterow für das Mecklenburger ParkLand geworben. Wer abbiegt und östlich der Autobahn auf Entdeckungsreise geht, wird eindrucksvolle Parks um größere und kleinere Gutshäuser finden, die teilweise liebevoll renaturiert und restauriert worden sind und zum Verweilen einladen. Die veranstalteten Mitsommerremisen im Juni seit vielen Jahren lassen die Besucher in wahre Paradiese eintauchen. Auf der Homepage www.Mitsommerremise.de lese ich auch:

Klassische Klänge auf einer Insel mit Schlosskulisse, Abendsonne beim Spaziergang durch malerische Parkanlagen, Gespräche mit Gutshausbesitzern bei einem Glas Wein am Lagerfeuer, Begeisterung bei Führungen durch alte und neue Gemäuer. Das und vieles mehr erleben Sie, wenn wir einen bezaubernden Nachmittag als Landpartie zelebrieren und hier und da gar die kürzeste Nacht zum längsten Tag machen.

Paradiesisch klingt es, soll es wohl auch und wahrscheinlich wird der eine oder die andere einen traumhaften Sommertag erleben oder erlebt haben. Paradiesisch klingt auch die Beschreibung des Gartens, der von Gott selbst angelegt worden ist. Alles ist in diesem Garten da: Pflanzen, Tiere, Himmel und Erde, Wasser, Früchte und mitten drin ganz besondere Bäume, einen Baum für die Erkenntnis und einen Baum für das Leben. Mittendrin in diesem Paradies leben Menschen, Mann und Männin, Subjekte und Gesprächspartner Gottes.

Am Anfang war alles da, ohne Not und ohne Scham lebten die Menschen, teilten sich den Garten mit Tieren und Pflanzen. Für jeden war genügend Platz. Am Anfang war die Sorglosigkeit, war für alles gesorgt, konnte der Mensch sorglos für den Garten sorgen. Am Anfang betreut die Fürsorge Gottes den Garten. Am Anfang pflanzt Gott in den Menschen das Bild eines vollkommen Ortes, so dass zu jeder Zeit der Mensch nach einem vollkommenen Ort fragt und sucht, ja ihn selbst (nach)macht. Seien es die Blumen im Fenster, der grüne Balkon, die gestaltete Grünfläche in einer Stadt, der Schrebergarten oder Parkanlagen im ParkLand Mecklenburg. Wohlfühlorte, damit der Mensch sagen kann: Hier kann ich für einen Moment sorglos sein, hier bin ich Teil eines Ganzen.

Für Gott sind seine Menschen im Garten keine Objekte, sondern Subjekte, die bewahren und bebauen, die Tieren und Pflanzen Namen geben, wissen wovon sie reden und Sinnzusammenhänge herstellen. Sie sind keine Gefangenen, sondern sie können sich frei entscheiden und wissen am Ende um Gut und Böse, verlieren ihre Unschuld und den paradiesischen Schutzraum. Sie sind gefährdet, das Gute für Menschen und Tiere, für Pflanzen und für das Zusammenleben mit der Natur zu vergessen und tun es leider bis heute. In dieser Woche las ich die Nachricht, dass Minenarbeiter im Kongo tödlich verunglückten, weil die Gier nach Gold stärker war als das Leben des einzelnen Menschen und dass ganze Strände total vermüllt sind aufgrund einer Überschwemmung. Für Gott bleiben die Menschen sein Gegenüber und Gesprächspartner auch ohne Paradies und mit der Angst im Nacken, etwas zu verlieren oder zu verpassen.

Ein Paradies kann verloren gehen. Die Sorge Gottes um seine Welt bleibt und darum: Alle Sorge werft auf ihn, denn er sorgt für euch.

Lied EG 432 Gott gab uns Atem

1) Gott gab uns Atem, damit wir leben. Er gab uns Augen, dass wir uns sehn. Gott hat uns diese Erde gegeben, dass wir auf ihr die Zeit bestehn. Gott hat uns diese Erde gegeben, dass wir auf ihr die Zeit bestehn.

2) Gott gab uns Ohren, damit wir hören. Er gab uns Worte, dass wir verstehn. Gott will nicht diese Erde zerstören. Er schuf sie gut, er schuf sie schön. Gott will nicht diese Erde zerstören. Er schuf sie gut, er schuf sie schön.

3) Gott gab uns Hände, damit wir handeln. Er gab uns Füße, dass wir fest stehn. Gott will mit uns die Erde verwandeln. Wir können neu ins Leben gehn. Gott will mit uns die Erde verwandeln. Wir können neu ins Leben gehn.

Fürbitte

Gott, du Ursprung und Quelle, unser Leben haben wir aus deinen Händen.
Deine Schöpfung ist wunderbar.
Bebauen und bewahren sollen wir deine Schöpfung. Hilf du uns dabei. Bleib an unserer Seite.
Ohne dich gehen wir in die Irre. Ohne dich verlieren wir uns in Sorgen.

Bleib an der Seite aller, die deiner Schöpfung Gutes tun, sie vor Gift und Zerstörung schützen,
die sich denen in den Weg stellen, die sie ausplündern und vergewaltigen.
Bleib an der Seite aller,die auf Hass mit Liebe antworten.

Bleib an der Seite aller, die glauben, die zweifeln, Bleib bei deiner Gemeinde, bei allen, die zu uns gehören.

Gott, du Ursprung und Quelle, du sorgst für uns. Dir vertrauen wir, durch Jesus Christus danken wir. Amen.

Vaterunser

Segen

Der Herr – voller Liebe wie eine Mutter und gut wie ein Vater

Er segne dich – er lasse dein Leben gedeihen, er lasse deine Hoffnung erblühen,

Der Herr behüte dich – er umarme dich in deiner Angst, er stelle sich vor dich in deiner Not

Der Herr lasse leuchten sein Angesicht über dir – er schaue dich freundlich an und schenke dir Wärme

Er sei dir gnädig – wenn Schuld dich drückt, dann lasse er dich aufatmen und mache dich frei

Der Herr erhebe sein Angesicht über dich – er sehe dein Leid, er tröste und heile dich

Er gebe dir Frieden – das Wohl des Leibes, das Heil deiner Seele, die Zukunft deinen Kindern. Amen